• Tom

Südtirol-Woche 2021

Dieses Jahr ging es in das Motorrad El Dorado Südtirol in Norditalien. Wir waren eine recht kleine Gruppe, die sich zusammengefunden hat und dennoch war jeder Tag, den wir gemeinsam gefahren sind und schöne Locations entdecken durften sehr lohnenswert und unvergesslich schön.

Aus Luxemburg hat sich auch John McWaldi angemeldet, der zwei Tage zuvor mit seiner Indian Scout in Luzern anreiste.

Als kleinen Einstieg zu unserer Südtirolwoche haben wir einen örtlichen Indian-Ride über Brünig - Grimsel und Furkapass veranstaltet, da John diese Ecke der Schweiz noch nicht kannte.

Am Sonntagmorgen sind wir dann frühzeitig von Luzern über den Klausenpass gestartet, wo wir überraschenderweise Marcel Perret getroffen haben, der zeitgleich auch unterwegs war.

Danach ging es dann weiter über den Walensee zum Flüelapass und von dort zum Ofenpass, dem Eintrittstor nach Südtirol.

Unweit vom Reschensee sind wir dann unsere erste Unterkunft angefahren, wo wir am späten Abend dann auch heil ankamen. Von hier ab begann dann auch ganz offiziell unsere Südtirol-Woche.

Nach einem schönen italienischen Abendessen, ging es dann am nächsten Morgen bei schönstem Wetter am Reschensee entlang, alles schön an der Bundesstrasse und dort war das Hauptziel natürlich die legendäre Kirche im See.

Der Reschensee hatte sehr wenig Wasser zu unserer Besuchszeit, doch er füllte sich langsam wieder.

Wir planten eine vollständige Umrundung des Reschensees, doch das ist leider nicht möglich, auch wenn wir einen solchen Versuch starteten.

Am Reschensee selbst, gibt es inzwischen eine Webcam, bei welcher man sich genau positionieren kann und nach Drücken eines roten Knopfes ein Bild mit Verzögerung von ca. 10 Sekunden angefertigt wird. Ein solches Bild haben wir uns natürlich sofort schiessen lassen und ist somit sicherlich eine schöne Erinnerung an diese Reise.

Vom Reschensee zurück stand der wohl spektakulärste Bergpass überhaupt auf dem Programm. Ich selbst bin ihn zu diesem Zeitpunkt noch nie gefahren und er war nicht nur für mich eine Premiere.


Das Stilfser Joch oder der Stelvio, wie er dort genannt wird, ist ein sehr attraktiver, aber auch sehr schwierig zu fahrender Pass.

Er besteht aus sehr engen Passkehren, die einen Fahrer eines grösseren Bikes durchaus auf die Probe stellen können. Mit der Zeit bekommt man aber ein Feeling, wie das eigene Bike in solchen Situationen zu handhaben ist.


Der Charakter dieses Passes kommt auf den Bildern nicht wirklich zur Geltung, da die Kurven schon extrem eng geschnitten sind und alles, was die Grössenordnung einer Chieftain oder einer vollbepackten Roadmaster hat, ist schon für den ein oder anderen Biker eine Herausforderung.

Von oben hat man natürlich einen super Blick auf beide Seiten und er gehört schon zum absoluten Must-Be einer Südtirol-Tour.

Von hier ging es dann über einen kurzen Aufenthalt nach Bormio und weiter hinab ins Tal. Eine sehr lohnenswerte Abfahrt, die wir für einige Ruhemomente nutzten.

An dieser Stelle hatten wir bereits sagenhafte Temperaturen und bessere Bedingungen waren quasi nicht möglich.


Unser nächstes Ziel war Meran, eine sehr schöne Altstadt, in der schwerpunktmässig italienisch gesprochen wird, auch wenn viele in der Schule Deutsch gelernt haben.

Hier übernachteten wir im "Hotel alla Torre", keine 10 Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt. Das Hotel selbst verfügt über einen grossen Pool, der jedoch nur von sehr wenigen Gästen genutzt wurde.

Nach gutem Frühstück ging es danach dann direkt weiter nach Bozen zur dortigen Indian-Vertretung. Wir dachten uns, wenn wir schon hier in der Ecke unterwegs sind, dann können wir auch gerne einmal dort vorbeischauen.

Als Erstes war es gar nicht so einfach zu finden und der Empfang bei Indian selbst war doch recht trocken. Wenig Begeisterung, schon fast gelangweiltes Auftreten des Verkäufers. Ein kurzer Rundgang durch den Store und weiter ging es dann zur nächsten Etappe.

Von Bozen ging es dann weiter über die Landstrasse zum bekannten Karersee.


Ebenfalls ein absolutes Highlight auf einer Südtiroltour. Gut ausgeschildert kommt man an einen sehr übersichtlichen Parkplatz für 5 €, der aber genügend Raum bietet. Von hier aus kommt man über einen kurzen ausgewiesenen Pfad direkt an den wunderschönen Bergsee.


Was soll man auch zu dem See noch gross sagen? Die Kombination aus diesen einzigartigen Farben, ist einfach unbeschreiblich. Man muss es schon live sehen und erleben.

Von hier aus ging es dann direkt an unsere nächste Unterkunft, die in den Bereich der Sextener Dolomiten ging.

Im Hotel Mooserhof in Sexten waren wir besonders zufrieden und absolut top untergebracht. Hier würde ich jederzeit erneut buchen wollen. Die heimelige und traditionelle Atmosphäre war schon sehr wohltuend und schön.


Nach dem Einchecken in den Zimmern, entschieden Dino und Lily den Abend entspannt auf dem sonnigen Balkon zu verbringen, während John und ich noch einen kleinen Ride auf den nahegelegenen Kreuzbergpass unternahmen.

Der Pass selbst ist nichts spektakuläres, aber das gesamte Hinterland ist schon sehr schön. Tolle Eindrücke und schöne Möglichkeiten, Bilder zu machen.


Der Wirt, eine sehr angenehme Person, teilte uns mit, dass wir durchaus etwas auf das Wetter achten sollten, da hier und da kleine Schauer möglich sein könnten.

Am nächsten Tag stand das für mich persönlich sicherlich wichtigste Event auf dem Programm. Der Besuch der Drei Zinnen. Die Formation, die jeder irgendwann einmal gesehen hat.

Die Strecke selbst ist sehr angenehm und führt über die Mautstrasse direkt an mehrere Parkplätze zur Auronzo-Hütte.


Von der Hütte aus hat man einen wunderbaren Blick ins Tal und auf den Höhenweg Nr. 5, der einmal um die Drei Zinnen herumführt. Ich selbst habe diese Tour bereits einmal zu Fuss und mit Zelt gemacht und erfordert auch gutes Schuhwerk der Kategorie B.

John und ich gingen bis zur Kapelle, machten einige Bilder und kehrten dann zur Gruppe wieder zurück, da das Wetter bedrohlich schnell zuzog.


Die Gegend ist ein ausgesprochenes Wanderparadies und sicherlich werde ich auch hier einmal zurückkommen.

Von hier ging es dann weiter nach St. Ulrich, wobei wir den bekannten Ort "Cortina d'Ampezzo" zuvor besuchten.

Eine sehr schöne Altstadt mit einem Mix aus neuen und historischen Gebäuden. Und hier und da teilweise sehr luxuriöse Geschäfte.

Nach kurzer Stadtbesichtigung und Sightseeing und natürlich sehr gutem italienischem Mittagessen ging es dann Richtung St. Ulrich.


Von hier aus, kam dann wohl unser eindrücklichster Teil unserer gesamten Reise. Das Wetter zog für einen kurzen Moment zu und die Wolken öffneten sich und liessen so ziemlich alles an Wasser herunter, was sie zuvor sammelten.

Wir kamen in einem kleinen Restaurant unter und legten dort die Pause ein, um sich bei einem Cappucchino aufwärmen zu können.

Das spätere Wetterloch nutzten wir aus, um an unser nächstes Etappenziel zu gelangen. Dass sich das als Fehler herausstellte, bekamen wir sehr schnell zu spüren.

Über die Strada Statale 243 ging es hinauf auf das Grödner Joch. Erst begann es nur leicht zu regnen, doch dann hat es unheimlich schnell zugetan und es schüttete förmlich. Der Regen ging relativ zügig in Hagel über. Beiläufig sei noch erwähnt, dass es neben starkem Hagel auch noch gewitterte und die Sicht lag noch nicht einmal bei 5 m.

Wir entschieden uns spontan für einen Zwangsstop und warteten das Unwetter ab. Alles andere wäre sinnlos gewesen.

Nach einer guten Stunde, konnten wir die Weiterfahrt wagen und kamen dann auch gesund in unserer neuen Unterkunft in St. Ulrich an.


Im Hotel war dann erstmal gemeinsame Trocknung der durchnässten Kleider angesagt, doch die Lage und der darauffolgende Sonnenschein liess die vergangenen Erlebnisse vergessen.

Am nächsten Morgen ging es dann direkt nach Brixen, einer sehr schönen Altstadt.

Mit Brixen stand ein weiteres Highlight auf dem Programm und das ist das Timmelsjoch.

Zuvor ging es dann aber zuerst auf den Jaufenpass auf 2'094 m und dann auf das doch sehr bekannte Highlight auf 2'509 m.


Bei sehr "knackigen" Temperaturen fuhren wir nach einer exzellenten Gulaschsuppe ins Tal und überquerten die österreichische Landesgrenze in das bekannte Sölden und peilten unsere nächste Übernachtungsstation in Ischgl an.

Hier spürten wir das erste Mal die harten Regeln der Coronakrise.

Kein Eintritt ohne Test, kein Restaurantbesuch ohne getestet, genesen oder geimpft. Hier wird die sog. 3-G-Regel angewandt. Die Österreicher sind da konsequent und hart.


Ischgl ist sicher bekannt als Skiort, doch auch im Sommer hat diese Gemeinde ihren Reiz.

Fast schon ausgestorben war der Ort, nachdem nun ja auch erst kürzlich eine Übernachtung hier möglich geworden ist.

Von Ischgl sind wir dann auf unsere letzte Etappe aufgebrochen und wählten aufgrund des Wetters und natürlich auch der Schönheit wegen, die ländliche Route über Vorarlberg in Richtung Vermunt- und Silvrettastausee.




Mit dieser Etappe ging unsere Südtirol-Woche zu Ende, die wir alle mit sehr viel Emotionen, tollen Eindrücken und glücklichen Momenten erlebt und aufgenommen haben. Das Wetter hat eigentlich ganz gut gepasst, wir haben viel erlebt und viel gesehen.


Südtirol ist ein tolles Gebiet und mindestens einmal im Leben sollte man dort gewesen sein.


Ich bedanke mich bei Lily, John und Dino, dass Ihr dabei wart und wir eine tolle Woche gemeinsam verbringen konnten.



Euer Tom






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