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Italy-Ride 2021

Covid-19 war wohl das Thema, dass uns alle im Jahr 2020/2021 beschäftigt hat, gerade wenn es, wie bei uns, um das Reisen zu verschiedenen Destinationen ging. Man konnte sich quasi nur im eigenen Land bewegen und als dann die Nachricht veröffentlicht wurde, dass ein Einreisen nach Italien, unter bestimmten Voraussetzungen möglich sei, wollten wir diese Chance sofort ergreifen. Ein paar Tage ausspannen, bisschen relaxen und wo könnte man das besser tun, als auf einer schönen Indian in einem schönen reizvollen Land?


Caravonica in Ligurien

Wir unternahmen eine kleine Rundreise und sind am Mittwoch, den 19.05.2021 gleich nach dem Frühstück aufgebrochen und via Gotthardtunnel ins Tessin gefahren und von dort über Bellinzona, Como, Ovada und Imperia nach Caravonica. Ein höchst abgelegener Ort mit unheimlich viel Olivenplantagen mitten im Nirgendwo.

Hier stiessen wir mit unserer Roadmaster zeitweise ans Limit, da von befestigten Wegen nicht wirklich die Rede sein konnte.

Urtypisch italienisch, kaum asphaltierte Strassen, mangelhafte Wegweiser und man muss schon die absolute Abgeschiedenheit lieben, wenn man hier paar Tage verbringen möchte. Menschen sieht man nur sehr selten und für Ruhe ist garantiert gesorgt.

Das Gebäude selbst wurde umgebaut und war früher eine alte Ölmühle, die bis heute noch funktioniert, aber nicht mehr gebraucht wird.

Von hier aus lassen sich sehr schöne Wanderungen durchführen, sofern man einen Wanderurlaub plant. Orte wie San Remo und Imperia sollte man auch ohne Rucksack und Wanderschuhe besuchen können, was wir dann auch am nächsten Tag gemacht haben.

Am ersten Tag sind wir unterwegs von kurzen Regengüssen besucht worden, doch die Folgetage versprachen Besserungen und die traten letztlich auch ein.

Donnerstag, 20.05.2021 - San Remo/Imperia/Genua

Das Wetter konnte nicht besser sein. Nach ausgiebigem Frühstück fuhren wir durch den "Caravonica-Dschungel" in Richtung Imperia und von dort an der Meerküste entlang nach San Remo.

Meeresküste Richtung San Remo

Die Fahrt an der Meerküste ist schon etwas ganz Spezielles. In Bilder und auch in Worte ist das nicht zu beschreiben. Man muss es einfach selbst unternommen haben.

Hier sind die Strassen in sehr gutem Zustand, auch wenn die Italiener den Sinn von Fahrbahnmarkierungen, Geschwindigkeitsbeschränkungen und anderen für sie wohl lästige Regeln gerne unberührt lassen. Hier empfiehlt es sich, einfach anzupassen, sonst gilt man schnell mal als Hindernis im Strassenverkehr. Für mich als Fahrlehrer eine ganz neue Herausforderung, auch wenn ich den Verkehr in Italien schon die ein oder anderen Male kannte, doch verblüffend waren wir doch, wie es scheinbar gut funktionierte.

In San Remo hatten wir die Möglichkeit viele Meter am Strand zu spazieren und ein wenig "Dolce Vita" zu geniessen.

Die Blicke auf unsere Roadmaster blieben da nicht aus, denn in diesen Regionen tauchen wohl nicht sehr oft Roadmaster auf. Im Hafen von Imperia dagegen standen ganz andere Schmuckstücke, die weit mehr wert waren als ein Indian-Bike.

Schätzungsweise lagen dort Schiffe im Milliardenbereich vor Anker. Schiffe so gross wie ganze Villen. Wir haben so etwas in dieser Dimension noch nie zuvor live gesehen.

Nach einem schönen Rundgang führte unsere Reise uns wieder in den italienischen Oliven-Dschungel und von dort direkt in den Süden nach Genua, wo wir ein sehr schönes Hotel unmittelbar im italienischen Hafen gefunden haben. 4 Sterne, exklusives Ambiente und ein unvergesslicher Abendspazierganz zeigte uns eine völlig neue Sicht Italiens.

Genua kannten wir nur als Stadt mit logistischem Hintergrund. Doch Genua ist so riesig und erstreckt sich über einige Kilometer an der Küste.

Für uns war Genua sicherlich eine Reise wert.



Eine Fahrt im Riesenrad durfte da natürlich nicht fehlen. Unheimlich schöne Impressionen konnten wir da mit nach Hause nehmen. Eine Stadt so bunt leuchtend wie ein Tannenbaum. Einfach unbeschreiblich schön. Und wieder Schiffe, wie man sie nur aus dem TV kennt. Doch wenn man live davorsteht, kann man es kaum in Worte fassen, wie gross und mächtig sie dort im Hafen lagen.

Freitag, 21.05.2021 - Gardasee

Am diesem Morgen ging die Reise weiter von Genua direkt an den bekannten Gardasee. Hier fanden wir ein sehr schönes und preislich attraktives 4-Sterne-Hotel unmittelbar am See gelegen. Von der Hauptstrasse direkt erreichbar und hinter dem Hotel eine kleine Promenade mit ebenfalls direktem Seezugang. Bei unserer Ankunft quasi Top-Wetter, angenehm warm und ideal zum schönen Entspannen.

Eiscafé, Glacé, Espresso alles vor der Haustüre. Das Hotel hatte einen eigenen Pool im Aussengelände, der aber lediglich als Sonnenwiese genutzt wurde.

Die Wassertemperatur des Sees war noch zu niedrig, um ihn als Terrain zum Baden zu verwenden und unabhängig davon, waren noch sehr wenig Gäste am Gardasee. Immerhin war die Reisebeschränkung ja erst kürzlich aufgehoben worden.


Sehr beeindruckt waren wir von der Rosenwelt, die unmittelbar an der Seepromenade gepflanzt wurden. So tolle Farben und unsagbar extreme Duftnote verbreitete sich, wenn man allein nur in die Nähe der Blumen kam. Eine Promenade, die sehr angenehmes Flair versprühte und einen ungetrübten Blick über den gesamten Gardasee ermöglichte.

Da uns dieser Ort, Gardone Riviera, unmittelbar nach Salò erreichbar, sehr gut gefiel, entschieden wir uns, dort noch eine Nacht zu verbringen, um am Folgetag mit dem Motorrad eine Gardasee-Umrundung zu unternehmen, was auch die richtige Entscheidung war.

Samstag, 22.05.2021 - Gardasee-Umrundung

Nach wunderbarem Frühstück im Hotel starteten wir mit unserer Roadmaster die Gardasee-Umrundung, die um die 160 km lang ist und eine sehr angenehme Tagestour werden kann, wenn man, wie wir das getan haben, an verschiedenen Orten am See anhält und die ein oder andere interessante Location besucht.

Die Umrundung selbst ist schon sehr empfehlenswert, da jeder Ort ein spezielles Ambiente bietet. Hin und wieder führen die Strassen durch Tunnel und man kommt für einen kurzen Moment nach Südtirol hinein, was entsprechend am Strassenrand durch Wegweiser beschildert ist.

Tolle Schlösser und Burgen zieren die verschiedenen Ortsbilder, sowie grosse Märkte. Trotz Maskenpflicht haben wir dieses Ambiente sehr genossen und konnten sehr viele schöne Momente und Erlebnisse einfangen.


Das Wetter zog sich etwas zu und wir rechneten schon mit den ersten Tropfen, doch blieben wir unter zugezogener Wolkendecke verschont. Die Temperaturen blieben aber im moderaten Bereich.

Unsere letzte Übernachtung nahte und wir mussten uns langsam mit dem Gedanken anvertrauen, dass die Heimreise unmittelbar bevorstand und ein schöner Italien-Ride zu Ende ging.

Sonntag, 23.05.2021 - Heimreise

Der Tag der Heimreise stand auf dem Plan und mit ca. 380 km war das ein angenehmes Pensum für eine Tagestour. Über die Autobahn ging es dann wieder auf dem gleichen Weg wie gekommen in Richtung Schweiz. Kaum Verzögerungen und einen sehr angenehmen Ride haben wir uns wieder in die Heimat gemacht.

Angenehme Temperaturen empfingen uns im Tessin, auch wenn sie nicht ganz so waren, wie wir das aus Italien kannten. Dennoch waren wir sehr froh, dass es nicht regnete.

Um die Mittagszeit, so hat es das Navi berechnet, sollten wir wieder zurück in Luzern sein, doch als wir hörten, dass der Gotthardpass seine Toren geöffnet hatte, konnten wir kaum Nein sagen und nahmen noch einen kleinen Umweg über den Gotthard.

Unglaubliche Schneemassen türmten sich dort und es war für uns ein schöner Abschluss einer wundervollen Tour.


Um den frühen Nachmittag waren wir dann wieder sicher in Luzern gelandet und konnten den restlichen Sonntag etwas auf heimischer Terasse geniessen.


Die Reise war wieder sehr schön und wir haben sehr viele schöne Momente erleben dürfen und es hat uns wieder gezeigt, wie schön unsere Welt doch ist. Unsere Indian Roadmaster Vintage lief ohne Zwischenfälle und ist für uns auch der ideale Reisebegleiter und Packesel.

Unten gibt es noch ein kleines Zusammenfassungs-Video der Reise und mit insgesamt 1'555 gefahrenen Kilometer in 4 Tagen eine attraktive Laufleistung unseres Pferdchens.


Italien ist einfach schön und wird sicherlich das ein oder andere Mal noch auf unserer Hitliste der schönsten Destinationen stehen.


Nun noch viel Spass beim Videoansehen.



Euer Tom (Chief Indian Riders Switzerland)

mit Lily








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